~ Warao-Beratung ~
~ Warao-Beratung ~
Seit 2016 kommen indigene Familien des Warao-Volkes aus Venezuela in die Metropolregion Belém im brasilianischen Bundesstaat Pará. Diese erzwungene Migration ist eine Folge der schweren sozialen und humanitären Krise, die das Nachbarland derzeit erlebt. Derzeit leben allein in den Städten Belém und Ananindeua rund 700 Warao-Indigene, verteilt auf acht Gemeinschaften. Sie nehmen an Initiativen teil, die auf die Stärkung der Gemeinschaft und die Sicherung grundlegender Rechte wie Bildung, Wohnraum, Arbeit und Einkommen abzielen. Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) leben im Bundesstaat Pará insgesamt mehr als tausend indigene Geflüchtete dieser Ethnie.
Das Internationale Bildungsinstitut von Brasilien (IEB) führt in Zusammenarbeit mit dem UNHCR das Projekt „Povo das Águas: Partizipation, Arbeit und Lebensunterhalt“ durch. Ziel der Initiative ist es, die Arbeits- und Einkommenschancen der Warao zu erweitern, indem sowohl der Zugang zum formellen Arbeitsmarkt als auch die Stärkung traditioneller Tätigkeiten, wie des Kunsthandwerks, gefördert werden. Im Jahr 2021 führte das Projekt eine Erhebung durch, um das berufliche Profil der indigenen Teilnehmenden zu erfassen und ihre Erfahrungen und Qualifikationen zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigten, dass viele Warao im Laufe der Migration unterschiedliche Berufserfahrungen gesammelt haben und großes Interesse an Weiterbildung und beruflicher Integration zeigen. Der vollständige Bericht ist auf der Website des IEB verfügbar.
Eine der Weiterentwicklungen des Projekts war die Förderung der Produktionskette des Warao-Kunsthandwerks durch eine Beratung des Designers Mael Anhangá. Ziel dieser Maßnahme war es, das Kunsthandwerk sowohl als Einkommensquelle als auch als Ausdruck der kulturellen Identität des Warao-Volkes zu stärken. Im Rahmen der Beratung gab Mael Empfehlungen zur Wertschätzung und Preisgestaltung der Produkte, zur Stärkung der Marke Warao in den sozialen Netzwerken, zu Verbesserungen im Kundenkontakt und in den Verkaufsstellen sowie zu Strategien für den Zugang zu Rohmaterialien und zur Entwicklung neuer Designs, die den Bedürfnissen der Bevölkerung in Belém und Ananindeua entsprechen.