Naiá
Victoria Regia
Victoria Regia
Naiás Augen leuchteten im gelben Schein des Mondes auf dem Fluss, und ihr Herz sehnte sich danach, den Himmel zu berühren. Jaci schien in ihrer Pracht so nah, so verlockend, dass die junge Frau sich von dem Versprechen eines strahlenden Schicksals verführen ließ. Sie folgte den Spuren der Illusion, tauchte in die Tiefen des Wassers, auf der Suche nach dem Glanz, doch die tückischen, stillen Fluten umfingen sie und zogen sie in ein versunkenes Reich, wo der Mond sie nicht erreichen konnte. Jaci, bewegt von Naiás Opfer, beschloss, sie zu ehren. Statt eines Sterns am Himmel wurde Naiá zu einem Stern des Wassers. Aus ihrem Leib entsprang eine majestätische Blume, so rein wie Mondlicht und so duftend wie die süßesten Träume. So schenkte der Mond dem Fluss die Vitória-Régia, eine Blume, die auf dem stillen Wasser treibt und ihre Blütenblätter im goldenen Licht des Mondes öffnet, während die Sterne darüber still ihre Erinnerung bewahren.
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